Unterrichts-Einsichten - Schuljahr 2007/2008 - Mathematik 10c
Datenanalyse mit Bernoulli-Versuchen
2007-11-07
- Im
Zusammenhang mit der Besprechung der Hausaufgabe haben wir uns 黚er das
Dualsystem unterhalten und gesehen, wie man Dualzahlen addieren und
multiplizieren kann.
Wer mehr dar黚er wissen m鯿hte,
kann sich ja mal die Dokumentation meines Informatikunterrichts
ansehen: Grundkurs
Informatik im Schuljahr 2001/2002. - Bei
allen Teilaufgaben haben wir gsehen, dass trotz unterschiedlicher
Elemente (M黱zen, Personen, Dualzahlen usw.) immer dasselbe Ergebnis
herauskam.
In der Mathematik versucht man, die Strukturen
hinter den Anwendungen zu erkennen.
Bei dieser
Aufgabe ging es darum, dass man "Dinge" betrachtet, die 2 verschiedene
Eigenschaften haben.
Die
Frage war nun, wie viele M鰃lichkeiten es gibt, wenn man 5 "Dinge"
nacheinander w鋒lt, zum Schluss 3 "Dinge" einer bestimmten Eigenschaft
dabei zu haben.
Wenn Ihr dieses allgemeine Problem gel鰏t
habt, habt
Ihr eigentlich auch schon alle anderen Aufgaben gel鰏t. Das werden wir
in der n鋍hsten Stunde noch einmal genauer sehen.
2007-11-08
- Man
hat 5 Pl鋞ze und m鯿hte darauf 3 gleichartige Dinge ablegen. Was das
f黵 "Pl鋞ze" sind und wie die "Dinge" aussehen, spielt keine Rolle.
Dann
hat man f黵 das 1. Ding 5 M鰃lichkeiten, einen Platz auszusuchen.
F黵
das 2. Ding bleiben dann noch 4 M鰃lichkeiten, weil ja ein Platz schon
belegt ist.
F黵 das 3. Ding bleiben nur noch 3 M鰃lichkeiten,
weil ja schon 2 Pl鋞ze belegt sind.
Insgesamt hat man also
5=60 M鰃lichkeiten, die 3 Dinge auf 5 Pl鋞ze zu verteilen. - Nun
sind die 3 Dinge aber gleichartig, d. h. ununterscheidbar.
Eine
Anordnung wie X_XX_ l鋝st
sich von X_XX_ oder X_XX_
unterscheiden, weil die X sich durch ihre Farbe unterscheiden.
Bei
gleichfarbigen X kann man aber zwischen den 3 Anordnungen keinen
Unterschied feststellen.
Die
oben berechnete Anzahl muss man also verkleinern. Dazu muss man
herausfinden, wie viele Arten es gibt, die 3 X auf die 3 Pl鋞ze zu
verteilen.
F黵 das 1. X hat man 3 M鰃lichkeiten, f黵 das 2. X
nur noch 2 M鰃lichkeiten und f黵 das letzte X ist nur noch 1 Feld frei.
Man
hat also 1=6 M鰃lichkeiten die 3 X auf die richtigen Pl鋞ze zu
verteilen.
Die
60 M鰃lichkeiten von oben muss man also durch 6 teilen, um die Anzahl
aller unterscheidbaren Anordnungen zu bekommen: 60/6=10 - Es
gibt also 10 unterschiedlich aussehende M鰃lichkeiten, 3 gleichartige
Dinge auf 5 Pl鋞ze zu verteilen.
- Alles
zusammengefasst in einem einzigen Term:

- Vor黚erlegung f黵
Weihnachten:
Man
hat am Weihnachtsbaum 27 Stellen gefunden, an denen man 12 identische
Kerzenhalter befestigen kann. Wie viele M鰃lichkeiten gibt es f黵 das
Schm點ken des Baumes?
Wie oben f黵 einen einfacheren Fall
gezeigt findet man hier das Ergebnis zu 
Ihr
seht: bei gr鲞eren Zahlen ist das Aufschreiben des Bruchs sehr
umst鋘dlich. Man hat deshalb nach einer vereinfachten Schreibweise
gesucht und dazu folgendes festgelegt:
1�4=4!
oder allgemein 1�4� ... 穘=n!
Man
liest die rechten Seiten der Gleichungen als "4 Fakult鋞" bzw. "n
Fakult鋞".
n ist immer eine ganze positive Zahl und n! ist das
Produkt aus allen positiven ganzen Zahlen, die kleiner oder gleich n
sind.
Den Nenner des riesigen Bruches kann man also als 12!
schreiben.
Der Z鋒ler ist leider nicht 27!, weil alle Faktoren
von 1 bis 15 fehlen. Die fehlenden Faktoren kann man als 15! schreiben.
Also
gilt f黵 den gro遝n Bruch 
Man schreibt auch k黵zer
, nennt die rechts stehende Klammer "Binom"
(von bi = zwei und nomos = der Name) und spricht es "27 黚er 12" aus. - Allgemein
gilt: Werden k ununterscheidbare Dinge auf n Pl鋞ze verteilt, gibt es
daf黵
M鰃lichkeiten. Aussprache: "n 黚er k" - Sind
die "Dinge" identisch mit den "Pl鋞zen", die man ausw鋒lt, sagt man
auch "W鋒le k aus n mit einem Griff"
2007-11-09
- Die
Besprechung der Hausaufgabe ergab, dass noch Schwierigkeiten bestehen
beim Unterscheiden folgender F鋖le (hier am Beispiel des Urnenmodells):
- Ziehen mit Zur點klegen
Eine
Kugel wird gezogen, die Zahl wird aufgeschrieben und dann wird die
Kugel wieder zur點kgelegt. Danach zieht man die n鋍hste Kugel und geht
genauso vor.
Es kommt darauf an, in welcher Reihenfolgen die
einzelnen unterscheidbaren Kugeln gezogen wurden.
Beispiel:
Eine Urne enth鋖t 5 Kugeln, die mit 1 bis 5 beschriftet sind. Man zieht
3 Kugeln mit Zur點klegen. Jedes Mal hat man 5 M鰃lichkeiten, eine Kugel
zu ziehen, insgesamt also 5=125 M鰃lichkeiten.
Allgemein:
Eine
Urne enth鋖t n Kugeln, die von 1 bis n beschriftet sind. Man zieht k
Kugeln mit Zur點klegen. Jedes Mal hat man n M鰃lichkeiten, eine Kugel
zu ziehen, insgesamt also
M鰃lichkeiten. - Ziehen ohne Zur點klegen
Eine
Kugel wird gezogen, die Zahl wird aufgeschrieben und die Kugel
wird zur Seite gelegt. Danach zieht man die n鋍hste Kugel und geht
genauso vor.
Es kommt darauf an, in welcher Reihenfolgen die
einzelnen unterscheidbaren Kugeln gezogen wurden.
Beispiel:
Eine Urne enth鋖t 5 Kugeln, die mit 1 bis 5 beschriftet sind. Man zieht
3 Kugeln ohne Zur點klegen. Beim 1. Mal hat man 5 M鰃lichkeiten, eine
Kugel
zu ziehen, beim 2. Mal nur noch 4 M鰃lichkeiten und beim 3. Mal nur 3
M鰃lichkeiten, insgesamt also 5=60 M鰃lichkeiten.
Allgemein:
Eine Urne enth鋖t n Kugeln, die von 1 bis n beschriftet
sind. Man zieht k Kugeln ohne Zur點klegen. Jedes Mal hat man eine
M鰃lichkeit weniger, eine Kugel zu ziehen, insgesamt also
M鰃lichkeiten. - Ziehen mit einem GriffAlle
zu ziehenden Kugeln werden mit einem Griff gezogen. Man kann die Kugeln
auch nacheinander ziehen, aber dann auf die Reihenfolge nicht achten.
Die Reihenfolge, in der die Kugeln gezogen werden, ist also beliebig
(siehe auch Text zum 2007-11-08).
Beispiel: Eine Urne enth鋖t
5
Kugeln, die mit 1 bis 5 beschriftet sind. Man zieht
3 Kugeln mit einem Griff (oder achtet einfach nicht auf die
Reihenfolge, in der man die Kugeln gezogen hat). Insgesamt hat man
dann
M鰃lichkeiten, verschiedene Ergebnisse zu
erhalten.
Allgemein: Eine Urne enth鋖t n Kugeln, die von 1 bis
n beschriftet
sind. Man zieht k Kugeln mit einem Griff. Dann hat man
M鰃lichkeiten f黵 unterschiedliche Ergebnisse.
- Pascalsches Dreieck
In
folgendem Dreieck ergeben sich die Zahlenwerte dadurch, dass bei den
鋟遝ren schr鋑en Begrenzungen 黚erall 1 steht. Die anderen Zahlen
ergeben sich durch Addition der beiden schr鋑 dar黚er stehenden Zahlen.
In der n鋍hsten Stunde werden wir das Pascalsche Dreieck genauer
untersuchen.

2007-11-12
- Wir
haben entdeckt, dass die Zahlen des Pascalschen Dreiecks mit den
Koeffizienten 黚ereinstimmen, die beim Ausmultiplizieren von Termen der
Art
entstehen:

Die Hochzahlen der a- und
b-Faktoren addieren sich in einer Reihe immer zum selben Wert
(Hochzahl der Klammer).
Die Hochzahlen des a-Faktors nehmen
nach rechts hin ab, die des b-Faktors nach rechts hin zu. - Die
Zahlen des Pascalschen Dreiecks lassen sich durch Binome (siehe
2007-11-08) darstellen:

Wenn
man mit den Klammerausdr點ken vergleicht, sieht man, dass oben in den
Binomen die Hochzahl an der Klammer und unten die Hochzahl der b steht. - Neben
der Definition
f黵 n>0 und k<=n ist nach dem
Pascalschen-Binom-Dreieck auch noch sinnvoll zu definieren
, wobei man auf den Wert 0!=1 durch
folgende 躡erlegung kommt:

Von einer Zeile kommt man zur
darunter stehenden Zeile, indem man durch die Zahl vor dem ! dividiert.
2007-11-14
- In
Erweiterung zur Berechnung der Wahrscheinlichkeiten beim Lotto haben
wir folgende Formel kennengelernt:

Diese Formel kann man benutzen,
wenn folgende Dinge gegeben bzw. gesucht sind:- Es
gibt insgesamt n Dinge, von denen man k Dinge mit einem Griff zieht.
- Die
n Dinge unterscheiden sich in i Merkmalen, wobei nj
Dinge das j-te Merkmal haben.
- Von den Dingen des
j-ten Merkmals zieht man kj Dinge mit einem
Griff.
- Im Nenner des Bruchs steht die Anzahl aller
M鰃lichkeiten, mit denen man k Dinge aus n Dingen mit einem Griff
ziehen kann.
- Im Z鋒ler steht die Anzahl der
Ergebnisse, auf die es ankommt (die "gut" sind).
- Da
die Formel sehr abstrakt ist, hier ein Beispiel:
Bei einem Ausstellungs-Besuch
des gesamten 10. Jahrgangs nehmen 100 Personen teil: 40 Sch黮er, 50
Sch黮erinnen, 10 Lehrkr鋐te.
Alle Teilnehmer d黵fen ein Los
ziehen. Als Preis winken 10 mathematische
Geduldsspiele.
Wie
gro� ist die Wahrscheinlichkeit, dass (gerechter Weise?!) 4 Sch黮er
(m), 5 Sch黮erinnen (w) und 1 Lehrkraft (l) diese Preise gewinnen?

2007-11-16
- Binome
lassen sich auch mit dem Taschenrechner und mit der Tabellenkalkulation
berechnen.
Taschenrechner: Taste nCr
Tabellenkalkulation:
Befehl KOMBINATIONEN(n;k) - In
der n鋍hsten Stunde werden wir eine Simulation zur Binomialverteilung
durchf黨ren.
Dazu haben wir zwei Befehle der
Tabellenkalkulation wiederholt:
ZUFALLSBEREICH(a;b)
ergibt eine vom Zufallszahlengenerator ausgew鋒lte ganze Zahl zwischen
a und b (jeweils einschlie遧ich). Neue Zufallszahl mit Strg+Shift+F9.
ZUFALLSZAHL(
) ergibt eine vom Zufallszahlengenerator ausgew鋒lte Zahl zwischen 0
(einschlie遧ich) und 1 (ausschlie遧ich). Neue Zufallszahl mit F9
2007-11-21
- Vorg鋘ge
in unserer Umwelt lassen sich h鋟fig durch Simulationen untersuchen
(Wetter, Meeresstr鰉ungen, Autoverkehr, Einkaufsverhalten usw.).
- Bedingung
f黵 eine sinnvolle Simulation ist eine gutdurchdachte Modellierung des
zu untersuchenden Gegenstandes.
- Beispielaufgabe:
Mannschaft
A gewinnt beim Tauziehen in 60% aller Wettbewerbe gegen Mannschaft B.
5 Spiele
werden gespielt. Die Mannschaft, die dabei mindestens 3 Siege erreicht
hat hat insgesamt gesiegt.
Frage: Mit welcher
Wahrscheinlichkeit gewinnt Mannschaft A das gesamte Spiel?
Modellierung:- Der
Ausgang eines Spieles wird durch den Aufruf des Zufallszahlengenerators
festgelegt, bei dem eine Dezimalzahl zwischen 0 (einschlie遧ich) und 1
(ausschlie遧ich) "gew黵felt" wird.
- Liegt die
Zufallszahl
zwischen 0 (einschlie遧ich) und 0,6 (ausschlie遧ich), so hat Mannschaft
A ein Teilspiel gewonnen, sonst Mannschaft B.
- Hat
Mannschaft A gewonnen, wird das durch die Zahl 1 dokumentiert, hat B
gewonnen, so wird das durch eine 0 angegeben.
- 躡er
die Addition dieser Gewinnzahlen kann man die Wahrscheinlichkeit f黵
den Gesamtgewinn von A experimentell ermitteln.
- Hausaufgabe:
Tabelle in OOo.Calc einrichten und das Ergebnis finden.
2007-11-22
- Die
Besprechung der Hausaufgabe ergab einen Wert von etwa 70% daf黵, dass
Mannschaft A das Tauziehen gewinnt (siehe 2007-11-21)
- Die
Frage nach einem "genauen" Wert (wobei damit ein berechneter Wert
gemeint ist) f黨rte uns auf die Formel

Die
Potenzen ergeben sich aus den Pfadregeln f黵 Baumdiagramme. Da es auf
die Reihenfolge der Siege und Niederlagen nicht ankommt, muss noch der
Binom-Faktor hinzugef黦t werden.
Das Ergebnis berechnet sich
zu
0,3456 + 0,2592 + 0,07776 = 0,68256. In etwa 68% aller F鋖le wird also
Mannschaft A das gesamte Spiel gewinnen. - Allgemein
gilt:
Gibt es bei einem Zufallsversuch nur 2 Ergebnisse,
wobei
das erste Ergebnis mit der Wahrscheinlichkeit p eintritt,
wird
der Zufallsversuch n-mal hintereinander mit Zur點klegen ausgef黨rt und
tritt
dabei das erste Ereignis k-mal auf,
so berechnet sich die
Wahrscheinlichkeit f黵 diesen Fall zu 
- Unter OOo-Calc wird das
Binom als =Kombinationen(n;k)
eingegeben.
2007-11-23
- Besprechung
der Hausaufgabe: "Chuck Your Luck"
Spielregel: - 3
W黵fe mit einem W黵fel W6
- Einsatz 1$
- Gewinne:
- 3
mal 6: 6$
- 2 mal 6: 4$
- 1 mal 6:
2$
- Tabelle zur L鰏ung:

- Der
Erwartungswert ist 1$. Da der Einsatz auch 1$ betr鋑t, ist das Spiel
fair.
- Da
wir gesehen haben, dass die benutzte Formel auch bei anderen Aufgaben
gut einsetzbar ist, haben wir die Berechnung flexibler gemacht:
Wir
k鰊nen nun beliebige Werte f黵 n und p w鋒len:

2007-11-26
- In
dieser Stunde haben wir das Tabellenblatt bei der L鰏ung mehrerer
Aufgaben aus dem Buch benutzt.
F黵
diejenigen, die kein Notebook gehabt haben oder die bei der Tabelle
Schwierigkeiten hatten, hier zum Download die OOo-Calc-Datei Binomialverteilung.ods
2007-11-28
- Wir
haben noch einmal genau die Schreibweise f黵 die Binomialverteilung
betrachtet:
mit q=1-p. - Da
h鋟fig mehrere Werte der Binomialverteilung addiert werden m黶sen, ist
es g黱stig, in der Tabelle (siehe oben) eine Spalte einzuf黦en, in der
jeweils bis zu einem bestimmten k alle Werte B summiert sind.
Hausaufgabe:
Einf黦en einer solchen Spalte in Eure Tabelle.
2007-11-29
- In
den n鋍hsten Stunden werden wir uns damit besch鋐tigen, wie man mit
Hilfe der Binomialverteilung Tests durchf黨ren kann.
- Das
Schema eines solchen Tests kann folgenderma遝n aussehen (Beispiel: Ist
eine 1-Euro-M黱ze durch die Pr鋑ung gezinkt, d. h. sind die
Wahrscheinlichkeiten f黵 die beiden Seiten der M黱ze verschieden?):
- Hypothese:
Die 1-Euro-M黱ze ist gezinkt.
- Nullhypothese
oder Normalfall-Hypothese: Die 1-Euro-M黱ze ist nicht gezinkt und f黵
die Wahrscheinlichkeiten f黵 Wappen und Zahl gilt:

- Man legt fest, wie oft
ein Zufallsversuch zur 躡erpr黤ung der Nullhypothese durchgef黨rt
werden soll (in unserem Fall 10-mal).
- Man
legt die Gr鲞e des Ablehnungsbereiches fest, d. h. man legt fest, bei
welchen Zufallsergebnissen man die Nullhypothese ablehnen wird.
躡lich
sind Bereiche von 1%, 5% oder 10% aller m鰃lichen Ergebnisse (wir haben
5% gew鋒lt). - Da
in unserem Fall sowohl Wappen als auch Zahl ungew鰄nlich h鋟fig
vorkommen k鰊nen, teilen wir den Bereich (5%) in zwei gleich gro遝
Teilbereiche (je 2,5%) auf.
- Wir berechnen die
Binomialverteilung (k ist die Anzahl der Wappen-W黵fe):

- Wir
addieren die Wahrscheinlichkeiten B(n;p;0)+B(n;p;1)+... so weit, dass
der Wert 0,025=2,5% nicht 黚erschritten wird und notieren uns die
k-Werte f黵 den Ablehnungsbereich. Es sind die Werte 0 und 1.
- Wir
addieren die Wahrscheinlichkeiten
B(n;p;10)+B(n;p;9)+... so weit, dass der Wert 0,025=2,5% nicht
黚erschritten wird und notieren uns die k-Werte f黵 den
Ablehnungsbereich. Es sind die Werte 9 und 10.
- Der
Ablehnungsbereich ist die Menge {0;1;9;10}.
- Finden
wir beim Zufallsversuch (10-mal M黱ze werfen und die Anzahl der Wappen
z鋒len) ein Ergebnis, das im Ablehnungsbereich vorkommt, k鰊nen wir mit
5% Fehlerwahrscheinlichkeit die Nullhypothese ablehnen und annehmen,
dass die 1-Euro-M黱zen gezinkt sind (bzw. die M黱ze, die wir untersucht
haben).
- Im Versuch kam 4-mal Wappen und 6-mal Zahl.
Da die 4
nicht im Ablehnungsbereich enthalten ist, k鰊nen wir die Nullhypothese
nicht ablehnen und m黶sen annehmen, dass die 1-Euro-M黱zen nicht
gezinkt sind.
- Hausaufgabe: Mit den
Ergebnissen des
W黵felversuchs aus dem Unterricht (ungleichm溥iger W黵fel mit den
Aufschriften 1; 1; 1; 5; 5; 5 - 50 W黵fe) Test durchf黨ren mit der
Hypothese: Der W黵fel ist gezinkt.
2007-11-30
- Zwei
wichtige Einsichten gab es in dieser Stunde:
- Da
beim Testen von Hypothesen h鋟fig viele Summanden der Art B(n;p;k)
summiert werden m黶sen, ist es g黱stig, eine Tabelle zu benutzen, in
der die Summen von B(n;p;0) bis B(n;p;k) aufgelistet sind. Hier noch
einmal der Link zu eine entsprechenden OOo-Calc-Tabelle.
- Wird
der Stichprobenumfang n gr鲞er, so wachsen auch die Mengen des
Annahmebereiches und des Ablehnungsbereiches.
Dabei w鋍hst
die Menge des Annahmebereiches weniger stark an als die Menge des
Ablehnungsbereiches.
Das
bedeutet, dass die Ergebnisse des Tests um so genauer der Wirklichkeit
entsprechen, je gr鲞er der Stichprobenumfang ist. - Bei
sehr geringer Stichprobenzahl (n=5; p=0,5) war der Ablehnungsbereich
die leere Menge.
Das bedeutet, dass bei zu geringem
Stichprobenumfang ein Test 黚erhaupt nicht sinnvoll durchgef黨rt werden
kann.
- Wenn
Ihr bei der Bearbeitung der Hausaufgabe die Tabelle mit den Summen
benutzt, solltet Ihr aber auch f黵 einige der Werte f黵 die
Binomialverteilung "per Hand" ausrechnen, also schriftlich und im Kopf.
Nur so erlangt Ihr die f黵 das Verstehen n鰐ige Routine.
2007-12-03
- Die
OOo-Calc-Tabelle
zur Berechnung des Ablehnungsbereiches ist jetzt verbessert worden: Die
Summe wird nun f黵 k von 0 bis n und in einer weiteren Spalte f黵 k von
n bis 0 aufgelistet.
Die Grenzen des Ablehnungsbereiches
lassen sich so f黵 kleine k und f黵 gro遝 k auf gleiche Weise finden. - Bitte
nehmt die Hausaufgaben ernst! Nur wenn ihr die Aufgaben selbstst鋘dig
gel鰏t habt, habt ihr w鋒rend der Klassenarbeit die notwendige Routine
um eine gute Note schreiben zu k鰊nen.
Denkt
daran: Nicht Geiz (bei der Lernbereitschaft), sondern Erfolg ist geil.
Und den Erfolg gibt es nur, wenn ihr die daf黵 notwendigen Aufgaben
erledigt und im Unterricht bei der Sache seid.
2007-12-05
- Da
die Hausaufgabe noch nicht von der Mehrheit geleistet wurde, bleiben
die Aufgaben bestehen.
Bei
einigen von Euch sehe ich schon ein tieferes Verst鋘dnis f黵 die Idee
beim Testen mit der Bernoulliverteilung. Sch鰊! Ich hoffe, die anderen
schaffen es bald auch. - F黵
die Arbeit gilt: Wir schreiben ohne die Computer, aber Ihr erhaltet
ausgedruckte Tabellen und m黶st einzelne Calc-Formeln entwickeln k鰊nen.
Also:
Die vorhandene Tabelle immer wieder zwischendurch analysieren (=Formeln
durcharbeiten) und mit der Tabelle Aufgaben l鰏en. - Erl鋟terungen
zur Anwendung der Binomial-Verteilung, erstellt von einem Sch黮er.
2007-12-06
- Weitere
躡ungen zum Testen mit der Binomial-Verteilung:
H黷chenspiel
- n=10 - p=1/3
Hypothese: Ein "Hellseher" kann
vorhersagen, unter welchem H黷chen der Ball liegt.
Nullhypothese:
Der "Hellseher" kann nicht hellsehen, er r鋞 mit der Wahrscheinlichkeit
1/3.
2007-12-07
- Wir
haben uns 黚er Fehler 1. und 2. Art beim Testen Gedanken gemacht:
- Getestet
werden soll z.B. eine M黱ze, von der behauptet wird, sie sei durch die
Pr鋑ung unsymmetrisch geworden und deshalb sei die Wahrscheinlichkeit
f黵 Wappen (W) und Zahl (Z) nicht jeweils 0,5. Also Hypothese H = p(W)
< > 0,5 . Als Nullhypothese (=Normalfallhypothese) w鋒lt
man N = p(W) = 0,5.
- Zun鋍hst bestimmt man den
Ablehnungsbereich f黵 die Nulhypothese N.
- Nun kann
es beim Testen zwei Ergebnisse geben:
- Das
Ergebnis liegt im Ablehnungsbereich und die Nullhypothese wird abgelehnt,
d.h. man geht davon aus, dass p(W) < > 0,5.
Gilt die Nullhypothese aber
in Wirklichkeit, hat man einen Fehler begangen, den man Fehler 1. Art nennt.
Einen
Fehler 1. Art begeht man mit der Wahrscheinlichkeit α, der
Ablehnungswahrscheinlichkeit der Nullhypothese. - Das
Ergebnis liegt im Annahmebereich und die Nullhypothese wird nicht verworfen,
d.h. man geht davon aus, dass p(W) = 0,5.
Gilt aber in
Wirklichkeit die
Hypothese und man
verwirft die Hypothese, so macht man einen Fehler 2. Art.
Einen
Fehler 2. Art begeht man mit der Wahrscheinlichkeit β.
- Da
man die Wahrscheinlichkeit f黵 die unsymmetrische Pr鋑ung des
Geldst點kes nicht kennt, kann man den Fehler 2. Art nicht berechnen.
Nimmt man aber einmal an, dass die p(W) = 0,7 gilt, so berechnet sich der Fehler 2. Art folgenderma遝n:- Man berechnet die Werte des Annahmebereiches der Nullhypothese.
- Diese Werte bilden den Ablehnungsbereich der Hypothese.
- Es wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass mit p(W) = 0,7 diese Werte angenommen werden.
- Diese berechnete Wahrscheinlichkeit gibt die Wahrscheinlichkeit f黵 den Fehler 2. Art an.
- F黵 n=10 und 5% Ablehnungswahrscheinlichkeit ergeben sich folgende Diagramme:
Nullhypothese: Annahmebereich rot, Ablehnungsbereich gr黱 
Hypothese: Ablehnungsbereich der Hypothese (gr黱) ist der Annahmebereich der Nullhypothese 
- Wir sehen: Der Fehler 2. Art kann sehr gro� werden. Hier tritt ein Fehler 2. Art etwa mit 85% Wahrscheinlichkeit auf.
- Den Fehler 2. Art kann man nur kleiner machen, indem man den Fehler 1. Art vergr鲞ert.
- Beide Fehler lassen sich verkleinern, wenn der Stichprobenumfang erh鰄t wird.
- Aufgaben zum Weiterdenken:
- Experimentiert mit der OOo-Calc-Tabelle und 黚erpr黤t die letzten Aussagen experimentell!
- Im
Film 黚er den Test der W黱schelruteng鋘ger und Wasser-Energetisierer
wurde mit n=50 gearbeitet. Wie gro� ist hier bei α=5% der Fehler
2. Art, wenn man annimmt, dass die Wahrscheinlichkeit f黵 einen Erfolg
bei 0,9 liegt? Ergebnisse und Informationen dazu von "Quarks & Co" - 躡ersinnliche Ph鋘omene im Test.
- Warum nimmt man f黵 Tests die M黨en eines Doppelblindversuches auf sich?
- Ein
zweiter Unterrichtsgegenstand entstand in der Stunde aus der
躡erlegung, dass bei sehr gro遝r Stichprobenzahl auch extreme
Ergebnisse auftreten k鰊nen.
- Knacken des Lotto-Jackpots mit 6 Richtigen plus Superzahl
- Auftreten
"ungew鰄nlicher" und "unglaublicher" Ziffernfolgen bei Zufallszahlen,
z.B. 3 3 3 3 3 3 3 3 oder 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 usw.
- Sehr viele Geburtstagsdaten sind in den Nachkommastellen der Zahl Pi enthalten. Siehe auch hier.
Die
Ziffern der Nachkommastellen von Pi folgen (wahrscheinlich) vollkommen
zuf鋖lig aufeinander. Es kann keine Formel angegeben werden, die der
Reihe nach die Nachkommastellen angibt. - Bewiesen(!) ist, dass in jeder unendlichen Aufeinanderfolge vollkommen zuf鋖liger Ziffern jede beliebig lange vorgegebene Ziffernfolge auftaucht.
Codiert
man Buchstaben durch Zahlen, so kann man auch sagen: Jeder vorgegebene
Text taucht in der benutzten Codierung in dieser unendlichen Folge auf.
Das
kann ein einfacher Satz wie dieser gerade gelesene Satz sein, es kann
aber auch ein ganzes Buch und auch eine ganze Bibliothek sein.
Der 27. Harry-Potter-Band - wenn er denn je geschrieben w黵de - existiert schon jetzt codiert in jeder unendlichen Aufeinanderfolge vollkommen zuf鋖liger Ziffern.
Und nicht nur das: Sogar seine 躡ersetzungen
in jede existierende und ausgedachte Sprache existieren ebenfalls
schon. Man muss die Stelle in der unendlichen Folge nur finden ;-)
Und
weiter: Selbst wenn ein einziger Buchstabe in einem solchen virtuellen
Band ge鋘dert w黵de, auch dazu existiert schon der gesamte Band mit
dieser 膎derung in jeder ... - Leider
haben wir nicht unendlich viel Zeit, um eine einzige solcher
Folgen zu untersuchen. Was g鋌e es da alles zu entdecken!
2007-12-10
- Wir haben uns noch einmal 黚erlegt, was es mit dem Fehler 1. Art und dem Fehler 2. Art auf sich hat.
In K黵ze:- Wenn man die Nullhypothese ablehnt, obwohl sie richtig ist, begeht man einen Fehler 1. Art, genannt α.
- Wenn
man die Nullhypothese annimmt (oder anders gesagt: wenn man die
Hypothese ablehnt), obwohl die Hypothese stimmt, dann begeht man einen
Fehler 2. Art, genannt β.
- Den Wert f黵 β
bestimmt man, indem man f黵 bei der Verteilung f黵 die Hypothese die
Wahrscheinlichkeiten f黵 die Ergebnisse summiert, die im Annahmebereich
der Nullhypothese liegen.
- α und β h鋘gen voneinander ab: je gr鲞er α, desto kleiner β, je kleiner α, desto gr鲞er β.
- α und β k鰊nen beide nur dann verkleinert werden, wenn der Stichprobenumfang n zunimmt.
- Ausf黨rliche Betrachtung zum Fehler 1. und 2. Art.
Das Dokument ist ein Script der Uni Bielefeld, aber durchaus f黵 Euch
in den meisten Abschnitten zu verstehen. Die anderen Abschnitte sind
etwas f黵 die, die weiterdenken wollen.
- Hausaufgabe: Seite 99 Aufgabe 8
2007-12-12
- Besprechung der Hausaufgabe, Wiederholung der Benutzungsregeln f黵 die OOo-Calc-Tabelle.
2007-12-13
- Neben einigen Wiederholungen haben wir heute den "Vorzeichentest" neu besprochen.
Man benutzt ihn, wenn es bei einem Test nur darauf ankommt, ob eine Messgr鲞e einer Bedingung entspricht oder nicht.
Beispiele:
"Ist ein neues Medikament besser als ein altes?" "Kann man in einem
geheizten Zimmer besser schlafen als in einem kalten?" "K鰊nen Frauem
besser Auto fahren als M鋘ner?"
Als Ergebnis schreibt man sich immer
nur ein + (Bedingung ist erf黮lt) oder ein - (Bedingung ist
nicht erf黮lt) und testet dann die Anzahl der +Zeichen darauf, ob
die Nullhypothese (=es gibt gleiche viele + und -, d.h. p(+) = p(-) =
0,5) angenommen ode abgelehnt wird. - Wir haben den
Zufallsversuch "Sch黮er(in) A ist ein(e) bessere(r)
Stein-Schere-Papier-Spieler(in) als Sch黮er(in) B" durchgef黨rt und
getestet, ob die Nullhypothese (=beide Spieler(innen) sind gleich gut)
verworfen werden kann oder nicht.
Festgelegt war vorher α=0,05.
In
einer von 12 Zweier-Gruppen lag das Ergebnis im Ablehnungsbereich, d.h.
wir haben geschlossen: Frauke war besser als Christiane.
Allerdings
betr鋑t die Irrtumswahrscheinlichkeit 5%. 5% von 12 ist 0,6, gerundet
1. Das hei遲: Es ist zu erwarten, dass bei einem von 12 Versuchen 1
Ergebnis im Ablehnungsbereich liegt, obwohl die Nullhypothese stimmt.
Genau das hat sich in unserem Klassenversuch ergeben. Ist nun Frauke
doch nicht besser als Christiane?
2007-12-14
- Wiederholung zur Klassenarbeit
- Themen der Klassenarbeit:
- Berechnung der Anzahl der M鰃lichkeiten bei einem Zufallsversuch
- Definition und Rechenregeln f黵 Binome der Art
- Berechnung von Wahrscheinlichkeiten mit Binomen, z.B.

- Bernoulli-Formel:

- Test mit Bernoulli-Ketten (= n Versuche, jedesmal 2 m鰃liche Ergebnisse, alle Versuche unabh鋘gig voneinander)
Hypothese H, Normalfallhypothese N, Ablehnungsbereich, Annahmebereich, einseitig, zweiseitig, Irrtumswahrscheinlichkeit - Fehler 1. und 2. Art
- Vorzeichentest
2007-12-17
- Wiederholung zur Klassenarbeit
- Da
es Euch immer noch Schwierigkeiten bereitet, bei Tests zwischen dem
Fehler 1. und 2. Art zu unterscheiden, hier noch eine 躡ersicht:
- Fehler
1. Art: Im Zufallsversuch erh鋖t man ein Ergebnis aus dem
Ablehnungsbereich. Man lehnt die Nullhypothese ab, obwohl sie in
Wirklichkeit wahr ist.
- Fehler 2. Art: Im Zufallsversuch erh鋖t
man ein Ergebnis aus dem Annahmebereich. Man lehnt die Nullhypothese
nicht ab, obwohl sie in Wirklichkeit falsch ist.

- Der Ablehnungsbereich der Hypothese ist identisch mit dem Annahmebereich der Nullhypothese.
- Da einige keinen Taschenrechner mit nCr-Taste haben, werdet Ihr in der Klassenarbeit ein Blatt mit einer Tabelle zur Bestimmung von Binomen bekommen.
Mit dem Link k鰊nt Ihr Euch die OOo-Calc-Tabelle herunterladen und ausprobieren.
2007-12-19
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