Unterrichtseinsichten - Schuljahr 2015/2016 - Physik 12PH2e
Quantenobjekte
2015-09-04
- Beugung am Doppelspalt und am Gitter
Trifft Laser-Licht auf einen Doppelspalt (= 2 Spalte, die durch einen
schmalen Steg voneinander getrennt sind), so sieht man hinter dem
Doppelspalt auf einem Schirm nicht 2 getrennte Lichtpunkte, sondern
wesentlich mehr Lichtpunkte:
Da Licht Welleneigenschaften besitzt, interferiert das durch den
Doppelspalt tretende Licht und erzeugt auf dem Schirm Maxima und Minima
(siehe Versuche und Theorie aus dem letzten Schuljahr).
- Zur Theorie:
Links ist der Strahlverlauf in der Größenordnung des Spaltabstandes
gezeigt, rechts die Versuchsanordnung aus weiterer Entfernung.
Der Abstand der beiden Spalte beträgt g. Der Ablenkwinkel zum 1.
Nebenmaximum ist ?, die Entfernung zum Schirm ist a und die Entfernung
vom Hauptmaximum zum 1. Nebenmaximum x.
Dann gilt
.
Häufig benutzt man diese Formeln, um die Wellenlänge λ, die Größe g oder
den Abstand x zu ermitteln.
- exakte Rechung:

- Näherungsrechung mit sin α = tan α (für kleine α):

- Dieselben Formeln gelten auch für eine Gitter, das sich vom
Doppelspalt dadurch unterscheidet, dass viele Spalte jeweils im gleichen
Abstand nebeneinander liegen.
2015-09-09
- Die Methode der Bestimmung der Wellenlänge des Lichts in der letzten
Stunde nennt man objektive Bestimmung,
da die Nebenmaxima tatsächlich auf dem Schirm zu finden sind. Sie können
dort z. B. fotografiert werden.
- In dieser Stunde haben wir die subjektive
Bestimmung kennengelernt. Man schaut durch das Gitter auf die
Lichtquelle und sieht auf dem Maßstab, der sich an derselben Stelle wie
die Lichtquelle befindet, die Nebenmaxima, obwohl sie auf den Maßstab
gar nicht abgebildet werden.
Die Nebenmaxima erscheinen, da das Licht am Gitter bebeugt wird. Schaut
man in Richtung der gebeugten Strahlen, so scheint das Licht von einer
Stelle seitlich der eigentlichen Lichtquelle zu kommen. Die Auswertung
geschieht wie in der letzten Stunde: x ist vder scheinbare Abstand
zwischen Haupt- und Nebenmaximum (hier 3,8cm), a ist die Entfernung
zwischen Gitter und Maßstab (hier 11cm). Das Gitter hat die
Gitterkonstante g=1,754?10-6m. Daraus ergibt sich eine
Wellenlänge von etwa 570nm.
- Eine dritte Methode der Wellenlängenbestimmung ist wieder eine
objektive Methode, bei der das Licht an einem Gitter reflektiert wird.
Wieder kann man die Zeichnung aus der letzten Stunde benutzen.
Als Beispiel soll der Spurabstand auf einer CD bestimmt werden.
Der Laserstrahl tritt von hinten durch den Spalt in der Pappe und wird
an der CD reflektiert.
Um die Entfernung des 1. Nebenmaximums (Punkt unten links) vom
Hauptmaximum (oben rechts) besser messen zu können, wird die CD leicht
geneigt, damit das Spiegelbild auf der Pappe zu sehen ist.
Messwerte: Wellenlänge des Lasers: λ=632nm, Abstand CD-Schirm: 10cm,
Abstand Hauptmaximum-1.Nebenmaximum: 4,5cm, Abstand zum 2.NM: 13,0cm.
Hausaufgabe: Auswertung des Versuchs
2015-09-11
- Auswertung des Versuchs aus der letzten Stunde:
In guter Übereinstimmung zum Literaturwert: g=1600nm.
- Wieviel Nebenmaxima kann man bei dem Versuch mit der CD sehen?
Da der Ablenkwinkel nicht größer als 90° sein kann, gilt:
n kann also höchstens den Wert 2 annehmen. Ein drittes Nebenmaximum ist
nicht mehr zu sehen.
- Beugung am Einzelspalt
Das Beugungsbild eines Laserstrahls an einem Spalt sieht etwa so aus:

Der Spalt befindet sich gegenüber dem breiten roten Fleck.
Was wird auf dem Schirm zu sehen sein, wenn die Randstrahlen am Spalt
den Gangunterschied λ besitzen?

Wir betrachten jeweils die abgelenkten Strahlen zusammen, die eine
halbe Spaltbreite voneinander entfernt sind (also die Strahlen mit der
Bezeichnung 1, dann die mit der Bezeichnung 2 usw.).
Die Strahlen mit gleichen Nummern löschen sich gegenseitig aus, weil sie
jeweils den Gangunterschied λ/2 haben. Auf dem Schirm wird also
Dunkelheit herrschen.
Dies wird beim Gangunterschied ? (siehe Zeichnung) das erste Mal
geschehen, dann bei den Gangunterschieden 2λ,3λ usw., also allgemein bei
n·λ.
Dazwischen, also beim Gangunterschied (2n+1)·λ/2, wird Aufhellung
eintreten, weil sich nicht alle Strahlen gegenseitig auslöschen können.
Die Formeln für Helligkeit und Dunkelheit müssen also dem Doppelspalt
gegenüber ausgetauscht werden.
- Beim Schließen eines kontinuierlich veränderbaren Spaltes haben wir
gesehen, dass das Zentrum der Beugungserscheinung immer breiter wurde,
bis schließlich kurz vor der vollständigen Schließung des Spaltes die
gesamte Breite des Schirms durch das Zentrum der Beugungserscheinung
ausgeleuchtet wurde.
2015-09-16
- Wiederholung zur Beugung am Spalt mit einer Simulation (download
des Programms):
Dargestellt werden das Intensitätsdiagramm und das Zeigerdiagramm.
- Newtonsche
Ringe
Original:
kontrastverstärkt:
- Versuche zur Polarisation
des Lichts
Bei gekreuzten Polarisationsfiltern können dazwischen gebrachte Modelle
aus Plexiglas zur Untersuchung von inneren Spannungszuständen genutzt
werden. Die Modelle drehen nämlich je nach Spannungszustand die
Schwingungsrichtung des Licht mehr oder weniger, sodass das Sichtfeld
aufgehellt wird.
Wird zwischen die gekreuzten Filter eine Kopierfolie gebracht, so kann
man durch die Anordnung hindurchsehen, wobei das Bild unterschiedlich
eingefärbt wird:
2015-09-18
- Röntgenstrahlen
WerdenElektronen beschleunigt und prallen dann auf eine Metallplatte, so
wird die Bewegungsenergie durch das Abbremsen in andere Energieformen
umgewandelt, u.a. auch in Röntgenstrahlen.
Röntgenlicht ist hochenergetisches Licht, das viele feste Körper
durchstrahlen kann.
Wir haben das im Versuch mit einem Taschenrechner gesehen.
- Die Wellenlänge von Röntgenlicht lässt sich nicht mit Hilfe von
Doppelspalten und Gittern messen, wie es mit sichtbarem Licht gelang.
Nebenmaxima sind nicht sichtbar. Das kann daran liegen, dass
Röntgenlicht wesentlich langwelliger (Wellenlänge größer als die
Gitterkonstante) oder wesentlich kurzwelliger (dann liegen die
Nebenmaxima so dicht neben dem Hauptmaximum, dass man sie nicht vom
Hauptmaximum unterscheiden kann) ist als sichtbares Licht. Da man auch
bei sehr großer Gitterkonstante keine Nebenmaxima bei Röntgenstrahlen
erkennen kann, schließt man daraus, dass Röntenstrahlen eine sehr kurze
Wellenlänge besitzen. Da normale Strichgitter noch keinen Erfolg
bringen, setzt man Kristalle ein, deren Netzebenenabstände als
Gitterkonstante dienen.
In der folgenden Abbildung gelangen von der Röntgenröhre in der Mitte
(die Glühkathode leuchtet stark) nach rechts durch einen Tubus die
Röntgenstrahlen in den Versuchsbereich.
Das Röntgenlicht trifft auf einen NaCl-Kristall (liegt schräg an
derDrehachse auf). Hier ein Modell eines NaCl-Kristalls:

Nach der Reflexion wird das Licht in einem Geiger-Müller-Zählrohr
registriert.
Da von jedem beschleunigten und abgebremsten Elektron in zeitlich
zufälliger Folge ein einzelner Wellenzug ausgesendet wird, registriert
das Zählrohr diese Ereignisse nacheinander. Durch die Elektronik wird
dann ein Mittelwert für die Ereignisse in einem bestimmten Zeitraum (pro
s) errechnet.

- Bragg-Reflexion
Zur Reflexion an den einzelnen Atomen des Kristallgitters und der
Herleitung der Bragg-Formel
siehe die Ausführungen bei elsenbruch.info.
2015-09-23
- Um die Funktionsweise des Röntgengerätes zu verstehen, haben wir
zunächst 2 Vorversuche durchgeführt:
- Das Zählrohr wurde unter dem festen Winkel 16° positioniert.
Mit dem Kristall wurde dann der Winkelbereich von 2,5° bis 11°
durchfahren und das Spektrum wurde aufgezeichnet (schwarze und rote
Linie).
Beim Kristallwinkel von 8° ergab sich die höchste gemessene
Intensität.

- Der Kristall wurde unter dem festen Winkel 4° positioniert.
Mit dem Zählrohr wurde dann der Winkelbereich von 2,5° bis 13°
durchfahren und das Spektrum wurde aufgezeichnet (blaue Linie).
Beim Zählrohrwinkel von 8° ergab sich die höchste gemessene
Intensität.
- Schlussfolgerung: Die höchste Intensität misst man, wenn der
Zählrohrwinkel doppelt so groß wie der Kristallwinkel ist. Erklärung:
Die Streuung an den Gitteratomen einer waagrechten Ebene entspricht
der Reflexion von Licht an einem Gitter unter schrägem Lichteinfall.
Die Lichtstrahlen verlaufen zum 1. Nebenmaximum gemäß dem
Reflexionsgesetz Einfallswinkel=Ausfallswinkel.
Die höchste Intensität ergibt sich also, wenn der Ablenkwinkel gleich
dem Doppelten des Einfallswinkels ist. Deshalb wird der Röntgenstrahl
insgesamt um 2·α abgelenkt.
- Nebenmaxima
Versuch: Für verschiedene Neigungswinkel α des NaCl-Kristalls wird das
Zählrohr unter dem Winkel 2·α ausgerichtet und die Intensität gemessen.
Man erkennt mehrere Peaks (charakteristisches Spektrum), die in
besonderer Lage zueinander liegen:
Die Peaks jeder Sorte (kleinere und größere) haben jeweils (fast) den
gleichen Abstand zueinander.
Es handelt sich um verschiedene Nebenmaxima.
Der Gangunterschied kann dann (in Ergänzung zum oberen Bild) nicht nur
λ, sondern auch n·λ betragen.
Die Berechnung der Wellenlänge kann dann über folgende Gleichung
erfolgen:
.
2015-09-25
- Wird die Röntgenröhre mit unterschiedlichen Beschleunigungsspannungen
betrieben, so ändert sich das Spektrum:
Bei sinkender Spannung
- beginnt das Spektrum erst bei größeren Ablenkwinkeln, also bei
größeren Wellenlängen
- sinkt die Intensität
- Aber: Die Lage der charakteristischen Linien bleibt erhalten:
- Wie viele Nebenmaxima kann es geben?
Berücksichtigt man, dass der Wert von sin α nicht größer als 1 werden
kann, ergibt sich mit 2d=564pm und der Wellenlänge λ=7,2?10-11m
beim höchsten Peak
Es könnten also etwa 15 Nebenmaxima zu sehen sein.
Der weitere Verlauf des Messgraphens über 30° hinaus zeigt tatsächlich
(andeutungsweise) weitere Maxima, allerdings mit deutlich verringerter
Intensität (vergleiche die senkrechten Skalen oben und unten!).
- Abschließende Aufgabe zum Thema Optik:
Die Beugungserscheinung zeigt ein Punktegitter, das durch Beugung an
einem Strichgitter entsteht.
Berechne die Anzahl der Striche auf einem Zentimeter.

Werte: Abstand Gitter-Schirm 3,5m; Abstand der 1. Nebenmaxima
links-rechts 5cm; Wellenlänge ?=532nm.
2015-09-30
- Elektronenbeugung
Werden Elektronen stark beschleunigt und auf eine Graphitfolie gelenkt,
so sieht man dahinter auf einem Fluoreszenzbildschirm außer dem
Hauptmaximum in Flugrichtung auch 2 konzentrische Kreise.
Gedeutet werden können die Kreise als Nebenmaxima, die durch Beugung an
vielen zufällig ausgerichteten Graphitkristallen entstehen.
Elektronen zeigen also bei hohen kinetischen Energien
Welleneigenschaften.
Sonst haben wir von Elektronen immer als Teilchen gesprochen. Für
Teilcheneigenschaft spricht zum Beispiel folgendes Versuchsergebnis: Ein
Magnet lenkt die Leuchterscheinung auf dem Bildschirm ab. Wir erklären
das mit der 3-Figer-Regel der linken Hand (bewegte Elektronen auf festen
Bahnen).
Wie lässt sich dieser Widerspruch (Teilchen und Wellen haben in der
klassischen Physik grundsätzlich verschiedene Eigenschaften) klären
- Auswertung des Versuchs zur Elektronenbeugung
- Elektron als Teilchen:
Beschleunigung der Elektronen mit der Energie Ee=UB·e
(Formel
stammt aus der Definition der Spannung: U=E/Q=Ee/e).
Die Elektronen besitzen nach der Beschleunigung kinetische Energie: EKin=1/2·me·ve2.
Wegen Ee=EKin gilt 
Für Teilchen ist der Impuls p charakteristisch, da durch ihn die Masse
und die Geschwindigkeit eines Teilchens berücksichtigt wird:

- Elektron als Welle:
Aus der Betrachtung der Bragg-Reflexion wissen und aus der Zeichnung
erkennen wir:

Zusammengefasst ergibt sich 
- Messergebnisse und Auswertung:
Netzebenenabstände: a1=0,213nm ; a2=0,123nm ;
L=13,5cm

- Mit diesem Ergebnis zeigt sich, dass λ und p antiproportional
sind,d.h. λ~1/p oder λ·p=const.
Für die Konstante ergibt sich der Wert 6,76·10-34Js
(Tabellenwert: 6,6·10-34Js).
- Entsprechend der Tatsache, dass Elektronen sowohl
Teilcheneigenschaften als auch Welleneigenschaften zeigen, kommen im
Produkt die Wellengröße λ und die Teilchengröße p vor.
Die Konstante im Produkt wird Plancksche
Konstante oder Plancksches Wirkungsquantum genannt und mit h
bezeichnet: λ·p=h.
Die
Wellenlänge λe eines Elektrons nennt man de
Broglie-Wellenlänge.
2015-10-02
- Weitere Besprechung zum Elektronenbeugungsversuch:
Wie haben im selben Versuch sich ausschließende Eigenschaften des
Elektrons gesehen:
Beugungserscheinung: Elektronen verhalten sich wie Wellen.
Ablenkung des gesamten Beugungsbildes durch einen Magneten: Elektronen
verhalten sich wie Teilchen.
Elektronen sind deshalb nicht Welle oder Teilchen, sondern erscheinen
uns nur so, je nachdem, wie unser Versuch angelegt ist.
Elektronen sind quantenmechanische Objekte, die sich wie Welle oder
Teilchen bemerkbar machen.
- Auch Licht kann uns als Teilchen oder Welle erscheinen:
Beugungsbilder zeigen die Welleneigenschaft, der Impuls von Licht zeigt
Teilcheneigenschaft.
- Dass selbst einzelne Elektronen und Photonen Beugungsbilder entstehen
lassen haben wir in einem Film gesehen.
Siehe dazu die Seite von Leifi
mit umfangreichen Erläuterungen und den Film
über den Einzel-Elektronen-Versuch.
2015-10-07
- Nachbesprechung zu den Ergebnissen des Elektronenbeugungsversuchs
- Versuch mit der geladenen Metallplatte auf dem Elektroskop

Das negativ geladene Elektroskop wird durch das Hg-Licht der
Quecksilberdampflampe entladen.
Das positiv geladene Elektroskop wird dagegen nicht entladen.
Das Licht muss die Elektronen vom Elektroskop entfernt haben.
Versuche mit unterschiedlichen Abständen Lampe-Elektroskop, mit
verschiedenen Lichtquellen und mit bzw. ohne Glasscheibe zwischen der
Quecksilberdampflampe und dem Elektroskop zeigen:
Die Wirkung (Entladung) hängt nur von der Energie des Lichts und nicht
von seiner Intensität ab.
- Fotoeffekt
Licht trifft auf ein Elektron, überträgt seine Energie auf das Elektron,
das dadurch kinetische Energie erhält und verschwindet dann.
Die Eigenschaft des Lichts, mit Elektronen Stöße ausführen zu können,
lässt sich nur dadurch erklären, dass Licht Teilcheneigenschaften
besitzt.
Wir haben damit gesehen: Sowohl Elektronen als auch Licht besitzen
Wellen- und Teilcheneigenschaften.
2015-10-09
- Messung zur Bestimmung der Energie, mit der Elektronen durch Licht
unterschiedlicher Farben aus einer Fotozelle herausgelöst werden:
- Das Licht der Fotozelle, die Infrarot-Licht (950 nm) ausstrahlt, kann
man mit bloßem Auge nicht sehen.
Der Fotoapparat allerdings ist in diesem Wellenbereich empfindlich:

- Wellenlängen (Angaben auf der LED-Platte): rot: 665 nm ; orange: 635
nm; gelb: 590 nm ; grün: 560 nm ; blau: 480 nm
gemessene Spannungen: rot: 0,097V ; orange: 0,200V ; gelb: 0,315V;
grün: 0,434V ; blau: 0,868V
Die Infrarot-LED wird nicht berücksichtigt, da die Fotozelle nicht
ansprach (es werden keine Elektronen ausgelöst).
- Auswertung mit Hilfe des Taschenrechners:
Dargestellt wird die Spannung (L1 in V) in Abhängigkeit von der
"Frequenz" des Lichts (L3=1/L2 in 1/nm)
Es scheint eine lineare Funktion vorzuliegen. Die Regression
"LinReg L3,L1, Y1" ergibt dann
Ergebnis der Auswertung:
Die Funktion U(f)=1319·1/?-1,897 beschreibt (zunächst einmal) den
Zusammenhang zwischen Frequenz des Lichts und gemessener Spannung U.
Nicht berücksichtigt ist die Einheit.
Beim Steigungsdreieck dividiert man Spannung in Volt durch den Kehrwert
der Wellenlänge in 1/nm. Daraus folgt die Einheit V·nm für den Wert
1319.
Möchte man die Einheit V·m benutzen, muss 1319 mit 10-9
multipliziert werden: 1,319·10-6.
Erweitert man den 1. Summanden nach dem Gleichheitszeichen mit der
Lichtgeschwindigkeit c=3·108m/s, so kann man statt c/? auch
die Frequenz f schreiben:
U=(1,319·10-6/3·108·f-1,897)V=(4,397·10-15·f-1,897)V.
Multipliziert man die ganze Gleichung mit der elektrischen
Elementarladung e=1,6·10-19C, so ergibt sich links mit U·e=E
die Energie E des freigesetzten Elektrons.
Es ergibt sich E = 4,397·10-15eVs·f-1,897eV = 7,0·10-34Js·f-1,897eV.
Die Steigung der Geraden beträgt 7,0·10-34Js, das ist etwa
6,6·10-34Js = h. Dieser Faktor ist für alle Metallsorten
gleich.
Literaturwert für h: h=6,6261·10-34Js.
h heißt Planck'sches
Wirkungsquantum.
2015-10-14
- Wiederholung zur Klausur und Fortführung der Auswertung des Versuchs
aus der letzten Stunde:
- Zwischen der Frequenz f des Lichts, das auf die Fotozelle fällt und
der Spannung U besteht ein linearer Zusammenhang.
Multipliziert man die Spannung mit der Ladung, so ergibt sich die
Energie: E=Q·U oder hier E=e·U.
Statt den Wert in Joule anzugeben, schreibt man häufig einfach den
Spannungswert und benennt die Einheit e-Volt.
Das bedeutet, dass man noch e=1,6·10-19C (Elementarladung)
zum Spannungswert U multiplizieren muss, um den Wert der Energie zu
erhalten.
Im Graph sind also waagrecht die Frequenz und senkrecht die Energie in
e-Volt abgetragen.
Es ergibt sich folgende Funktionsgleichung: E=4,397·10-15eV·s·f-1,89eV.
- Tabellenwerte: h=4,1356692·10-15eVs=6,6260755·10-34Js
- Der Versuch zeigt, dass Elektronen nur von Licht einer bestimmten
Wellenlänge ab aus dem Metall gelöst werden.
Der y-Achsenabschnitt -1,74eV zeigt, dass diese Energie erst aufgebracht
werden muss, damit die Elektronen ausgelöst werden.
Diese Energie nennt man deshalb Bindungsenergie.
Hat das Licht eine größere Energie als die Bindungsenergie, wird die
überschüssige Energie dafür genutzt, um dem Elektron kinetische Energie
zu geben.
Diese Energie haben wir über die Spannung U gemessen.
Die Gesamtenergie aus Bindungsenergie und Energie des Elektrons ist die
Energie des Photons:
Aus E=h·f-EBindung folgt h·f=E+EBindung.
2015-10-16
2015-11-04
- Röntgen-Bremsspektrum

Die Stelle auf der waagrechten Achse, auf die die eingezeichnete
Ausgleichsgerade mündet, gehört zum kleinsten Winkel α, ab dem das 1.
Nebenmaximum bei der Bragg-Reflexion beginnt.
Zu diesem Winkel gehört eine kleinste Wellenlänge λ wegen der
Formel λ=2·a·sinα.
Wegen c=f·λ oder f=c/λ gehört zum kleinsten λ die größte Frequenz f.
Wegen E=h·f gehört zur größten Frequenz die größte Energie E.
- Man kann also die größtmögliche Energie der Röntgenstrahlung aus der
Lage des Bremsspektrums ermitteln.
Die Energie der Röntgenstrahlen stammt aus der Bewegungsenergie der
Elektronen, die mit der Energie E=e·UB beschleunigt wurden.
- Insgesamt gilt damit

Es liegt eine Gleichung vor, wenn f, λ und α durch die Maximal- bzw.
Minimalwerte ersetzt werden.
- Mit Daten aus dem Lehrbuch Metzler Seite 383 haben wir zur Übung
- aus gegebenen Wellenlängen bei bekanntem h-Wert die Betriebsspannung
der Röntgenröhre ermittelt und
- aus gegebenen Wellenlängen und zugehörigen Spannungen eine
h-Bestimmung durchgeführt.
- Hinführung zur Heisenberg'schen
Unschärferelation
- Akustische Unschärfe:
Während eine einzelne Sinuswelle der Frequenz f unendlich ausgedehnt
ist, ergibt eine Überlagerung (im Prinzip) unendlich vieler Sinuswellen
aus dem Intervall [f-df, f+df] ein zeitlich begrenztes Schwingungspaket
im Zeitintervall [t-dt, t+dt].
Für die Unschärfen df und dt gilt etwa df·dt=1/2.
Mit dem Programm
(erstellt in Anlehnung an eine Abbildung aus Metzler Physik,
Schroedel-Verlag, 4. Auflage 2007, Seite 396), dem die nachfolgenden
Screenshots entnommen sind, kann das experimentell überprüft werden:
Frei gewählt werden können die Frequenz f und die Frequenz-Unschärfe df,
die Beobachtungs-Zeit t und die Anzahl w der sich überlagernden Wellen.
Die Zeit-Unschärfe dt kann aus dem rechten Diagramm abgelesen werden.
2015-11-06
- Ergebnis der letzten Stunde: Mit der Energiegleichung E=h·f bzw.
dE=h·df ergibt sich für die Energieunschärfe dE·dt=h/2 und damit (fast)
die Heisenberg'sche Unschärferelation dE·dt≥h/4π.
- Wiederholung zur Heisenberg'schen
Unschärferelation
Experimentell gefunden haben wir
.
Damit gilt 
Eine genauere Rechnung liefert
.
Auch für den Ort und den Impuls gilt eine solche Ungleichung:
Wir gehen von folgenden bekannten Formeln aus:

Miteinander verknüpft ergibt sich
.
Eingesetzt in die oben gefundene Ungleichung ergibt sich

- Ergebnis:

2015-11-11
- Wiederholung zur Heisenbergschen Unschärferelation
- Franck-Hertz-Versuch (Originalarbeit
von J. Franck und G. Hertz)
Elektronen werden zwischen einer Kathode und einem positiven Gitter
beschleunigt.
Nach dem Gitter durchlaufen sie eine Gegenspannung und gelangen ggf. zu
einer Auffangelektrode.
Der Auffangstrom wird gegen die Beschleunigungsspannung abgetragen:

- Schaltbild für die Röhre zum Franck-Hertz-Versuch
In einer mit Neongas unter schwackem Druck gefüllten Röhre werden
Elektronen von einem Glühdraht emittiert.
Mit der Beschleunigungsspannung zwischen Glühdraht und Gitter werden die
Elektronen beschleunigt,
mit einer Gegenspannung zwischen Gitter und Auffängerelektrode
abgebremst.
Bei ansteigender Beschleunigungsspannung (waagrecht) nimmt der
Stromfluss (senkrecht) im Messgerät rechts periodisch zu und ab:
Deutung des Kurvenverlaufs (den Bereich B haben wir im Versuch nicht
gesehen, weil die Versuchs-Parameter anders gesetzt waren):
- Im Bereich A ist die Gegenspannung höher als die
Beschleunigungsspannung, sodass keine Elektronen auf der
Empfängerelektrode auftreffen können.
- Ab der Beschleunigungsspannung bei B schaffen es die ersten
Elektronen, gegen die Gegenspannung anlaufen und auf der Elektrode
rechts ankommen zu können.
- Im Spannungsbereich von C kommen immer mehr Elektronen am Ziel an.
Auf ihrem Weg reagieren die Elektronen mit den Neon-Atomen durch
elastische Stöße: Energie wird in Form von Bewegungsenergie an die
Neon-Atome abgegeben.
Elektronen, die weniger oft mit den Neon-Atomen zusammenstoßen kommen
schon bei kleineren Beschleunigungsspannungen an, während bei
zahlreichen Zusammenstößen die Beschleunigungsspannung höher sein
muss.
- Bei D haben die schnellsten Elektronen so viel Energie, dass sie die
Neon-Atome in einen angeregten Zustand versetzen können, d. h. die
Atome speichern die Energie kurzzeitig.
- Im Bereich E besitzen mehr Elektronen die zum Anregen notwendige
Energie. Nach Abgabe dieser Energie kommen die Elektronen dann nicht
mehr am Ziel an.
- Ab F haben die Elektronen, die vorher Energie abgegeben haben,
wieder so viel Energie gesammelt, dass sie am Ziel ankommen können.
- Im Bereich B findet eine Umkehrung der Stromrichtung statt.
Elektronen haben jetzt so viel Energie angesammelt, dass sie
Neon-Atome ionisieren können.
Diese positiven Ionen werden von der negativ geladenen Ziel-Elektrode
angezogen und entnehmen aus der Elektrode Elektronen: Elektronen
fließen durch das Messgerät in die Röhre hinein.
2015-11-13
2015-11-18
- Rückgabe der Klausur 1 [ Aufgaben
| Lösungen
]
- In den letzten Stunden haben wir gesehen, dass die periodische
Erscheinung beim Franck-Hertz-Versuch dadurch zustande kommt, dass die
Elektronen nach einer Anregung von Neon wieder Energie sammeln können um
dann ein (oder mehrere) weitere(s) Neon-Atom(e) anregen zu können.
Die Neon-Atome geben die aufgenommene Energie nach kurzer Zeit wieder in
Form von Licht ab.
Da die Elektronen zwischen den einzelnen Anregungen auf ihrem Weg
Energie aufnehmen müssen, liegen die Orte der Anregung und damit auch
der Lichtaussendung getrennt voneinander in leuchtenden Scheiben.
Gut sehen kann man diesen Vorgang auch in einer Gasentladungsröhre:
Zwischen zwei Polen einer Hochspannungsquelle wird die Luft evakuiert.
Man sieht dann bei niedrigem Luftdruck die rötliche Schichtung.

- Linearer Potenzialtopf
Die Frage, warum Atome nur Licht bestimmter Energie abstrahlen, haben
wir mit dem Modell eines linearen Potentialtopfes zu erklären versucht:

Die Energieaufnahme von Atomen geschieht dadurch, dass ein Elektron
des Atoms mehr Energie bekommt.
Diese Energie wird irgendwann durch Aussenden eines Photons abgegeben.
Das beteiligte Elektron ist im Atom "gefangen", d.h. es hat in einer
Richtung so viel Platz, wie es dem Atomdurchmesser entspricht.
Stellen wir uns also vor, das Elektron sei in einem Topf mit dem
Durchmesser eines Atoms eingeschlossen. Dieser Topf hat unendlich hohe
Wände,sodass das Elektron nicht entweichen kann.
Auf Grund der Welleneigenschaft dieses Elektrons kann es nicht jede
Energie besitzen, denn mit der Energie ist die Wellenlänge des Elektrons
gekoppelt und bei "falscher" Wellenlänge würde das Elektron durch
Reflexionen am Rand des Topfes mit sich selbst interferieren und sich
ggf. auslöschen.
"Gültige" Energien sind also solche, die zu stehenden Wellen im Topf
führen.
Es gibt also nur ganz bestimmte Wellenlängen und damit auch nur ganz
bestimmte Energien, die das Elektron besitzen kann.
Je kürzer die Wellenlänge, desto höher die Frequenz und desto höher die
Elektronenenergie.
Die Lage der Wellenbäuche in der oben stehenden Abbildung gibt die Orte
an, an denen sich die Elektronen mit größter Wahrscheinlichkeit
aufhalten.
Man sieht, dass die Elektronen sich bei höher werdender Energie immer
weiter zum Rand des Topfes (Atoms) aufhalten können.
Genauer: Das Quadrat der eingezeichneten Amplituden gibt die
Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen am betreffenden Ort an.
Siehe dazu auch den
Artikel und das Applet bei Leifi.
- Für das Elektron im Potenzialtopf gilt auf Grund der
Teilcheneigenschaft der Impuls p=me·v und auf Grund der
Welleneigenschaft p=h/λ.
Für die Wellenlänge im Anregungsniveau n gilt dann:
.
Hat der Potenzialtopf die Breite L, so gilt für das n-te Anregungsniveau
die Wellenlänge
.
Zusammengefasst ergibt sich
.
Für die Energie des Elektrons (nur Bewegungsenergie) gilt
.
Man sieht also, dass die Energien proportional zu n2 sind,
d.h. es gibt nur ganz bestimmte voneinander getrennte Energiewerte.
Das Modell des linearen Potenzialtopfes ist zu einfach, als dass man
damit konkrete Energien in Atomen berechnen könnte, aber die Eigenschaft
der Energiequantelung wird hier schon sichtbar.
2015-11-20
- Untersuchungen an Spektren
- Benutzte Geräte:
von links nach rechts: LED-Lampe, Glimmlampe, Glühlampe
im Hintergrund: Wasserstofflampe
rechts: Spektrometer
- Glühlampe (geringe Spannung)
Das Licht ist sehr rot, die Wärmeausstrahlung (InfraRot) hat einen
sehr starken Anteil
- Glühlampe (mittlere Spannung)
Das Licht ist viel weißer, der Anteil der Infrarotstrahlung nimmt
ab.
- Glühlampe (hohe Spannung, Nennspannung)
Der Anteil des blauen Lichtes nimmt zu, der Anteil des roten und
infraroten Teils ab.
- LED-Lampe
Die Leuchtdiode strahlt im blauen Bereich ab. Das Licht ist aber
weiß, weil die Lampe mit einer fluoreszierenden Masse beschichtet ist,
die das blaue Licht in Licht umwandelt, das seinen Schwerpunkt im
grünen bis roten Licht hat. Man erkennt deutlich die Trennung der
beiden Anteile des Lichts.
- Glimmlampe
Das zum Leuchten gebrachte Gas leuchtet nur mit wenigen
Spektrallinien. Der Eindruch der Lichtfarbe liegt bei rosa.
- Spektrum einer Wasserstofflampe
3 sichtbare Linien der Balmer-Serie sind erkennbar (653,5 nm, 488,1 nm
und 435,4 nm).
Die Linien des Infrarot-Spektrums müssen von Übergängen über mehrere
Energieniveaus hinweg in der Paschenserie stammen.
- Schwach bewölkter morgendlicher Himmel
Die dünnen Wolken konnte man mit bloßem Auge mit Blauschimmer
erkennen. Die Sonne war durch Wolken verdeckt.
- Wird in eine Gasflamme Kochsalz gehalten, so verbrennt dieses mit
einer gelblichen Flamme.
Im Licht einer Natrium-Dampflampe
wirft diese farbige
Flamme einen Schatten, da die Natriumatome (Salz : NaCl) das Licht
absorbieren und dann in alle Richtungen abstrahlen. Von den
Natriumatomen abgestrahltes Licht besitzt ja dieselbe Energie wie die
Energie, die zum Anregen der Natriumatome notwendig ist.
Im Licht eine Wasserstofflampe wirft die Flamme keinen Schatten, da das
von den Wasserstoffatomen ausgesandte Licht nicht genau die
Anregungsenergie für die Natriumatome besitzt.
- Link zur Balmerformel.
- Über Johann
Jakob Balmer.
- Zur Balmerformel
und den Bohrschen
Energieniveaus.
- Übung zum Wasserstoffspektrum:
Welche Wellenlänge hat das kurzwelligste Licht, das vom Wasserstoff
ausgesendet wird?
Zum kurzwelligsten Licht gehört das Licht mit der größten Frequenz und
damit der höchsten Energie.
Die größte Energiedifferenz besteht zwischen dem Grundniveau mit der
Energie E1=-13,6eV und einem (allerdings nicht existierenden)
Niveau mit der Energie E∞=0eV. Es wird also die Energie
13,6eV frei. Damit folgt:

2015-11-25
2015-11-27
- Berechnung der Energieniveaus im Wasserstoffatom und der möglichen
Übergänge mit den Ergebnissen aus der letzten Stunde:
Lyman-Serie,
Balmer-Serie, Paschen-Serie,
Bracket-Serie,
Pfund-Serie
Für n=1 werden (mit Hilfe zweier weiterer Ergebnisse aus der letzten
Stunde (siehe Script)) die Werte für die Energie W_1, die
Geschwindigkeit v des Elektrons auf der untersten Bahn, den Radius r für
ein Wasserstoffatom im Grundzustand und die Wellenlänge der zugehörigen
de-Broglie-Welle für das Elektron berechnet:
Der doppelte Radius beträgt etwa 10∙10-11m=10-10m.
Das ist der Wert, der überschlagsmäßig für den Durchmesser eines Atoms
angegeben wird.
Berechnet man den Umfang U der Elektronenbahn, so erkennt man, dass er
etwa gleich der de-Broglie-Wellenlänge ist:
Interpretation: Elektronen können im Bohrschen Atom nur auf den Bahnen
fliegen, bei denen der Bahnumfang gleich einem ganzzahligen Vielfachen
der Wellenlänge ist (sonst würden sich die Wellen selbst durch
Interferenz auslöschen).
- Dazu eine weitere Überlegung:
Berechnet man die Bahnen im Bohrschen Atommodell mit Hilfe der
angegebenen Formeln für v und r, so ergibt sich jeweils ein bestimmter
Umfang U=2∙π∙r der Bahnen.
Mit Hilfe der de-Boglie-Formel bestimmt man die Wellenlänge der
Elektronen.
Dividiert man dann die Umfänge durch die zugehörigen Wellenlängen, so
ergibt sich n, d. h. dass die Umfänge gleich dem Vielfachen der
Wellenlänge sind.
Hier die Werte in einer Tabelle:
- Linearer Potenzialtopf
Die Frage, warum Atome nur Licht bestimmter Energie abstrahlen, haben
wir mit dem Modell eines linearen Potentialtopfes zu erklären versucht:

Die Energieaufnahme von Atomen geschieht dadurch, dass ein Elektron
des Atoms mehr Energie bekommt.
Diese Energie wird irgendwann durch Aussenden eines Photons abgegeben.
Das beteiligte Elektron ist im Atom "gefangen", d.h. es hat in einer
Richtung so viel Platz, wie es dem Atomdurchmesser entspricht.
Stellen wir uns also vor, das Elektron sei in einem Topf mit dem
Durchmesser eines Atoms eingeschlossen. Dieser Topf hat unendlich hohe
Wände,sodass das Elektron nicht entweichen kann.
Auf Grund der Welleneigenschaft dieses Elektrons kann es nicht jede
Energie besitzen, denn mit der Energie ist die Wellenlänge des Elektrons
gekoppelt und bei "falscher" Wellenlänge würde das Elektron durch
Reflexionen am Rand des Topfes mit sich selbst interferieren und sich
ggf. auslöschen.
"Gültige" Energien sind also solche, die zu stehenden Wellen im Topf
führen.
Es gibt also nur ganz bestimmte Wellenlängen und damit auch nur ganz
bestimmte Energien, die das Elektron besitzen kann.
Je kürzer die Wellenlänge, desto höher die Frequenz und desto höher die
Elektronenenergie.
Die Lage der Wellenbäuche in der oben stehenden Abbildung gibt die Orte
an, an denen sich die Elektronen mit größter Wahrscheinlichkeit
aufhalten.
Man sieht, dass die Elektronen sich bei höher werdender Energie immer
weiter zum Rand des Topfes (Atoms) aufhalten können.
Genauer: Das Quadrat der eingezeichneten Amplituden gibt die
Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen am betreffenden Ort an.
Siehe dazu auch den
Artikel und das Applet bei Leifi.
- Für das Elektron im Potenzialtopf gilt auf Grund der
Teilcheneigenschaft der Impuls p=me·v und auf Grund der
Welleneigenschaft p=h/λ.
Für die Wellenlänge im Anregungsniveau n gilt dann:
.
Hat der Potenzialtopf die Breite L, so gilt für das n-te Anregungsniveau
die Wellenlänge
.
Zusammengefasst ergibt sich
.
Für die Energie des Elektrons (nur Bewegungsenergie) gilt
.
Man sieht also, dass die Energien proportional zu n2 sind,
d.h. es gibt nur ganz bestimmte voneinander getrennte Energiewerte.
Das Modell des linearen Potenzialtopfes ist zu einfach, als dass man
damit konkrete Energien in Atomen berechnen könnte, aber die Eigenschaft
der Energiequantelung wird hier schon sichtbar.
- Mit Hilfe der Wellenlänge von 4 Linien des Wasserstoffgases haben wir
vor einigen Stunden die Rydberg-Frequenz
bestimmt.
Wie kommt dieser Wert 13,6 eV in der Balmerformel Em,n
= h · f = 13,6 eV · (1/m² - 1/n²) zustande?
- Wir haben dazu das Modell des linearen Potentialtopfes für das
Elektron im H-Atom besprochen.
Hier ergibt sich die Abhängigkeit En ~ n². Das kann aber
nicht sein, da in der Balmer-Formel eine Abhängigkeit En ~
1/n² zu sehen ist.
- Grund für den Fehler ist, dass wir ein Elektron in einem leeren
Raum eingesperrt haben, in dem keine weiteren Einflüsse auf das Elektron
ausgeübt werden.
In Wirklichkeit spürt das Elektron aber die elektrische Anziehungskraft
des Protons.
- Mit Berücksichtigung der Coulomb-Kraft
(Buch Seite 222) ergibt sich dann En = - 1,8 eV · 1/n²
Der Zahlenwert stimmt hier noch nicht so ganz, aber die Abhängigkeit En
~ 1/n² ist nun vorhanden.
Berücksichtigt man weitere Abhängigkeiten (kugelförmiges statt
würfelförmiges Atom, keine festen Grenzen des Atoms, kein Aufenthalt des
Elektrons im Kern), ergibt die Rechnung den Wert 13,6 eV.
- Die Gesamtenergie des Elektrons setzt sich aus potentieller und
kinetischer Energie zusammen,
wobei die kinetische Energie von der Form E ~ 1/r² und
die potentielle Energie von der Form e ~ - 1/r ist.

Addiert man diese beiden Energien, sieht man, dass die Kurve h, die die
Summe beschreibt, ein Minimum besitzt (in der Abbildung bei 2,
gezeichnet sind die Graphen von f(x)=-1/x und g(x)=1/x².
In der dem Minimum entsprechenden Entfernung vom Kern hat das
Elektron einen Gleichgewichtszustand (vergleichbar der halben Länge
des Potentialtopfes). Hier kann es sich bei niedriger Energie in festem
Abstand vom Kern aufhalten, ohne in den Kern zu stürzen.
2015-12-04
- Quantenzahlen und Periodensystem
- Link zu Quantenzahlen 1.
- Die Quantenzahlen n, l, m und s und ihre Bedeutung für das
Periodensystem.
- Siehe dazu folgende Seiten auf Leifi: Periodensystem
(die Applets sind sehenswert!), Atommodelle
(Startseite)
2015-12-09
- Charakteristisches Röntgenspektrum
Aus dem Röntgenbremsspektrum ragen 2 Peaks heraus, die zum
charakteristischen Röntgenspektrum gehören.
Die beschleunigten Elektronen können in der Röntgenröhre beim Auftreffen
auf die Anode Elektronen der Atomhülle des Molybdän-Materials
herausschlagen.
Schlagen sie die innersten Elektronen heraus, also die Elektronen der
K-Schale, so können durch Energieabgabe der anderen Hüllenelektronen
Photonen im Energiebereich der Röntgenstrahlen entstehen. Beim
Herausschlagen der äußeren Elektronen wird später nicht genügend Energie
frei, sodass man Linien im Röntgenspektrum sehen würde.
Beim Übergang von der L-Schale (n=2) zur K-Schale (n=1) entsteht der
höchste (rechte) Peak, weil dieser Übwergang am wahrscheinlichsten ist.
Der kleinere linke Peak gehört zu einem Übergang mit höherer Energie
(Übergang von der M-Schale (n=3) zur K-Schale (n=1)), auch zu erkennen
daran, dass der Peak bei geringerer Wellenlänge angetroffen wird.
Übergänge von höheren Energieniveaus zur K-Schale sind nicht zu
erkennen, da wegen des immer geringer werdenenden Abstandes der Niveaus
zu höheren Energien hin die Unterschiede zwischen den ausgesandten
Photonen-Energien so gering werden, dass die einzelnen Linien mit dem
Schulröntgengerät nicht mehr aufgelöst werden können und weil die
Intensitäten für die Übergänge aus höheren Energieniveaus sehr klein
sind.
Die Linie des rechten Peaks nennt man Kα-Linie, die des
linken Peaks Kβ-Linie.
Wie haben im Unterricht aus angegebenen Daten für die beiden Linien die
Wellenlänge und den Winkel bestimmt und konnten das Ergebnis durch die
Messkurve bestätigt finden.
2015-12-11
2015-12-16
- Wiederholung zur Klausur 2
2015-12-18
weiter mit Kernphysik