Unterrichtseinsichten - Schuljahr 2010/2011 - Mathematik 9c
Potenzen und Exponentialfunktionen
2011-02-16
- Ein See hat eine Fläche von 22,5km2.
Eine Pflanze, die sich stark vermehrt, bevölkert den See.
An einem verdoppelt sich die Fläche, die von der Pflanze bedeckt
wird.
Angenommen, die Pflanze habe zu Beginn nur eine Fläche von 1mm2.
Wie lange dauert es, bis der See gefüllt ist?
- Lösung: Zunächst muss man sich überlegen, wieviel mm2
in einen km2 passen:
1km2=1km·1km=1000m·1000m=1000000mm·1000000mm=1000000000000mm2.
- Bei solch großen Zahlen kann man beim Schreiben oder Lesen
schnell einen Fehler machen, indem man z:b: eine 0 zu viel oder
zu wenig berücksichtigt.
Deshalb schreibt man diese Zahlen häufig in der
Potenzschreibweise: 1000000000000=1012, wobei die
"hoch 12" bedeutet, dass an eine 1 12 Nullen gehängt werden
müssen.
- Bei jeder Verdoppelung wird die von der Pflanze bedeckte
Fläche mit 2 multipliziert.
Nach 5 Tagen ist z.B. die Fläche 1mm2·2·2·2·2·2= 32mm2
bedeckt.
Auch hier schreibt man oft zur Vereinfachung in der
Potenzschreibweise 1mm2·25=32mm2.
Da die Anzahl der Tage unbekannt ist, setzt man für die Fläche
den Term 1mm2·2x.
- Da der See 22,5km2 groß ist, muss folgende
Gleichung gelöst werden: 22,5·1012=2x.
Da wir diese Gleichung (noch) nicht nach x auflösen können,
haben wir das Ergebnis mit der Solverfunktion des
Taschenrechners gefunden:
Damit wird der See nach 45 Tagen gefüllt sein.
- In diesem Unterrichtsabschnitt werden wir die
Potenzschreibweise näher kennen lernen.
2011-02-21
- Besprechung und Rückgabe der Klassenarbeit 3 [ Aufgaben
| Lösungen
]
- Potenzen mit negativen Hochzahlen und der Hochzahl 0:

In der linken Spalte kommt man von einer Potenz zur nächsten,
indem man den Exponenten um 1 verkleinert.
In der echten Spalte kommt man von einem Wert zum nächsten,
indem man die Zahl durch 4 dividiert.
Durch Vergleich und Fortführung zu den Exponenten 1 und 0 und zu
negativen Exponenten sieht man ein, dass folgende Definitionen
sinnvoll sind:

2011-03-07
- Eine Bank wirbt damit, man möge 1000 € fest anlegen und würde
nach 5 Jahren 1150 € ausbezahlt bekommen, also 15% dazu
bekommen. Pro Jahr seien das etwa 3%.
Ihr habt sogort gesehen, dass das nicht stimmen kann, denn wenn
man nach dem ersten Jahr 3% Zinsen bekommt, werden diese Zinsen
mitverzinst und man müsste zum Schluss mehr als 1150 € erhalten.
Die Frage war nun, wie hoch der jährliche Zinssatz in
Wirklichkeit ist.
Wir haben dazu die Formel K(n)=K(0)·(1+p/100)n
hergeleitet, die angibt, wieviel Geld man im Jahr n besitzt
(Kapital K(n)), wenn das Geld n Jahre lang mit dem Zinssatz p%
verzinst wird.
Schreiben wir K(0)=1000 €, K(5)=1150 €, n=5 und für den
unbekannten Inhalt der Klammer x=1+p/100, so ergibt sich

Eine solche Gleichung konnten wir bislang noch nicht nach x
auflösen. In Anlehnung zu quadratischen Gleichungen, bei denen
wir die Wurzel eingeführt haben, schreiben wir auch hier eine
Wurzel mit dem Zusatz 5, um zu zeigen, dass wir eine Zahl 5-mal
mit sich selbst multiplizieren müssen, damit wir die gegebene
Zahl 1,15 erhalten:

Der Zinssatz beträgt also in Wirklichkeit nur 2,8%.
- n-te Wurzeln kann man auf dem Taschenrechner unter Math >
x√ eingeben und berechnen lassen.
- Unter den Wurzeln sind nur positive Zahlen zugelassen. Auch
die Ergebnisse von Wurzeln sind immer positiv.
- Hausaufgabe: Seite 139 Aufgaben 10,11,12,15,16,17 jeweils a, b
2011-03-09
- In Beispielen haben wir gesehen, dass man n-te Wurzeln auch
als Potenzen schreiben kann:
Der Nenner im Exponenten gibt den Grad der Wurzel an

2011-03-14
- Übungen zu n-ten Wurzeln und zu Potenzen mit rationalen
Hochzahlen.
- Beginn: Zusammenstellung von Rechengesetzen zur
Potenzrechnung.
2011-03-16
- Rechenregeln für Potenzen:

Wie sehen die Hierarchie:
- bei Strichrechnungen (+ und -) müssen Basis und Exponent
gleich sein
- bei Punktrechnungen (* und /) müssen entweder die Basen oder
die Exponenten gleich sein
- bei Potenzen von Potenzen muss kein Element gleich sein
2011-03-21
- Übungsstunde zum Rechnen mit den Rechenregeln für Potenzen
- Hausaufgabe: Seite 159 Aufgaben 6 bis 13 jeweils die ganz
rechts stehende Aufgabe, Seite 160 Aufgabe 20c
2011-03-23
- Übungsstunde zum Dividieren von Potenzen
- Hausaufgabe: Seite 162 Aufgabe 14 bis 19 jeweils die letzten
beiden Aufgaben
2011-03-28
- Einführung in das Thema Wachstum
Bei einem der betrachteten Wachstumsprozesse vermehrte sich der
Bestand eines Kapitals immer auf das Doppelte des vorhandenen
Kapitals.
Zu Beginn (Schritt 0) besitzt man 3 €. Zu berechnen war, wieviel
Geld man nach 15 Zeiteinheiten besitzt.
Ergebnisse in Tabellenform:

Man sieht, dass die Summe bis zu einer bestimmten Zeiteinheit
genau so groß ist, wie das erworbene Kapital der nächsten
Zeiteinheit, vermindert um den Anfangsbestand:
Summe(Zeit)=Kapital(Zeit+1)-Kapital(0)
- Allgemein gilt:

2011-03-30
- Im einführenden Beispiel der letzten Stunde haben wir 3
Wachstumsprozesse kennengelernt:
- 1. Beispiel:
Start mit 10, dann immer plus 25
10; 35; 60; 85; 110; ...
Gleichung: y=25·(x-1)+10=25·x-25+10=25·x-15
lineares Wachstum der Form y=m·x+b
- 2. Beispiel:
Start mit 20, dann immer plus 20
20; 40; 60; 80; 100; 120; ...
Gleichung: y=20·x
proportionales Wachstum
- 3. Beispiel:
Start mit 0,03, dann immer das Doppelte des Vorgängerwertes
0,03; 0,03+0,06=0,09; 0,09+0,12=0,21; 0,21+0,24=0,45;
0,45+0,48=0,93; ...
Gleichung: y=0,03·2x-0,03
exponentielles Wachstum
- Hausaufgabe: Seite 167 Aufgabe 5 (mit Taschenrechner)
2011-04-04
- Prozentuales Wachstum
Herleitung des prozentualen Wachstums am Beispiel Sparen:
- Im Jahr 0 besitzt man das Kapital K(0)
- Im Jahr 1 ergibt sich das Kapital K(1) aus dem vorhandenen
Kapital K(0) und den Zinsen p/100·K(0) zu
K(1)=K(0)+p/100·K(0)=K(0)·(1+p/100)
- Im Jahr 2 ergibt sich das Kapital K(2) auf gleiche Weise aus
dem Kapital K(1):
K(2)=K(1)+p/100·K(1)=K(1)·(1+p/100)=K(0)·(1+p/100)·(1+p/100)=K(0)·(1+p/100)2
- Im Jahr 3 folgt auf gleiche Weise
K(3)=K(0)·(1+p/100)3
- Im Jahr n besitzt man also das Kapital
K(n)=K(0)·(1+p/100)n
- Bei Abnahmeprozessen ist der "Wachstums"-Faktor kleiner als 1
Beispiel: Radioaktives Jod-131 besitzt eine Halbwertzeit von
etwa 8 Tagen. Verseuchtes Wasser im Kraftwerk Fukushima soll
100000-mal so stark mit Jod-131 versetzt sein wie "normales"
Wasser. Wie lange dauert es, bis das hochradioaktive Wasser so
stark strahlt wie "normal"?
Lösung:
- Ist S die Strahlung nach x Tagen, so gilt S(x)=S(0)·(1/2)x/8
- x ist gesucht ; S(0)=100000 ; S(x)=1
- 1=100000·(1/2)x/8 oder 0=100000·(1/2)x/8-1
- Lösung mit der SOLVER-Funktion des Taschenrechners:
"Normal" strahlendes Wasser gibt es also nach etwa 3500 Tagen
oder 115 Monaten oder 9,5 Jahren.
2011-04-06
- Übungsaufgabe zum Zerfallsprozess.
Ein radioaktives Element zerfällt so, dass die Masse jedes Jahr
um 1/12 abnimmt.
Frage: Wie lange muss man warten, damit nur noch 10% vorhanden
sind?
Formel: 
Lösungen der Gleichung mit verschiedenen Methoden
(Taschenrechner):
- TABLE-Funktion: Y1=(11/12)^t zeichnen lassen und mit TABLE
suchen, für welches t der Y1-Wert 1/10=0,1 angezeigt wird.
- INTERSECT-Funktion: Y1=(11/12)^t und Y2=1/10 zeichnen lassen
und dann mit INTERSECT den Schnittpunkt zwischen den Kurven
berechnen lassen.
- ZERO-Funktion: Y1=(11/12)^t-1/10 zeichnen lassen und dann
mit der ZERO-Funktion die Nullstelle bestimmen lassen.
2011-04-11
- Mittelwerte
Bildet man Mittelwerte bei Wachstumsprozessen, muss man gebnau
darauf achten, welches Wachstum vorliegt.
- Spart man jeden Monat den gleichen Betrag und hat am
Jahresende 120€ angespart, so kann man sagen, dass die
mittlere Sparrate pro Monat 120€/12=10€ beträgt.
Bei diesem linearen Anstieg des Kapitals spricht man vom
"arithmetischen Mittelwert":

- Spart man dagegen im 1. Monat 1€ und dann in jedem Monat das
doppelte des Betrages aus dem letzten Monat, so besitzt man
nach 12 Monaten
(1+2+4+8+16+32+64+128+256+512+1024+2048)€=4095€.
Hier wäre es falsch zu sagen, dass man in jedem Monat
durchschnittlich 4095€/12=341,25€ sparen würde. Denn einen
höheren Betrag spart man nur in 3 Monaten, in den anderen 9
Monaten dagegen z.T. erheblich weniger.
Bei einem solchen exponentilellen Wachstum rechnet man so,
dass man die 12. Wurzel (wegen der 12 Monate) aus dem Produkt
aller Sparbeträge zieht. Das Ergebnis gibt dann einen
sinnvolleren Mittelwert an, das sogenannte "geometrische
Mittel":

Dieser Betrag 45,25€ liegt zwischen der letzten Sparrate im 1.
Halbjahr und der ersten Sparrate im 2. Halbjahr.
- Ein ziemlich verrückter Sparplan sieht so aus:
Man zahlt in jedem Monat einen Betrag ein, der sich daraus
ergibt, dass man 300€ durch die Nummer des Monats dividiert.
Im 1. Monat zahlt man 300€/1=300€, im 2. Monat zahlt man
300€/2=150€, im 3. Monat zahlt man 300€/3=100€ usw. bis zum
12. Monat: 300€/12=25€.
Wieviel zahlt man im Mittel? Da der Betrag antiproportional
zur Nummer des Monats ist, wählt man hier das "harmonische
Mittel".
Dazu werden die Kehrwerte der 12 Sparbeträge addiert und das
Ergebnis dann durch 12 geteilt. Der Kehrwert von diesem
Ergebnis gibt dann die mittlere Sparrate an.
(Übrigens: Dieses Verfahren benutzt man auch, um den
Gesamtwiderstand bei einer Parallelschaltung von Widerständen
zu berechnen)

An 300€/6=50€ und 300€/7=42,86€ sieht man, dass der "mittlere"
Betrag zwischen den Beträgen liegt, die zur Jahresmitte zu
zahlen sind.
- Zusammenfassung:

2011-04-13
- Besprechung der Hausaufgabe
- Üben beim Zuordnen von Graphen zu Funktionsgleichungen im
Bereich Exponentialfunktionen
Vielleicht hilft Euch folgendes GeoGebra-Applet
beim Üben:
Der Graph der Funktion f(x)=a·bx wird gezeichnet. Mit
Schiebereglern kann man die Werte für a und b einstellen.

2011-05-02
- Wir haben besprochen, wie man mit Hilfe der Koordinaten zweier
Punkte die Funktionsgleichung einer Exponentialfunktion
bestimmen kann.
Die folgende Übersicht zeigt, wie ähnlich das Vorgehen bei
linearen Funktionen, Exponentialfunktionen und Potenzfunktionen
ist.

2011-05-04
- Wie bei anderen Funktionsgleichungen kann man den Graphen
einer Exponentialfunktion im Koordinatensystem verschieben,
indem man die Funktionsgleichung folgendmaßen ändert:
- Verschiebung in y-Richtung: Zum Funktionsterm wird eine
Konstante c addiert. Bei Verschiebung in positive y-Richtung
ist c positiv und bei Verschiebung in negative y-Richtung ist
das c negativ.
- Verschiebung in x-Richtung: Das x in dem Funktionsterm wird
ersetzt durch (x-b), wobei das b die Größe der Verschiebung
angibt. Bei Verschiebung in positive x-Richtung ist das b
positiv (d.h. in der Klammer steht ein -) und bei Verschiebung
in negative x-Richtung ist das b negativ (d.h. in der Klammer
steht ein +).
- Bei einer Exponentialfunktion kann man die Verschiebung in
x-Richtung auch auf andere Weise erreichen:
Angenommen, die Verschiebung soll 4 Einheiten in positive
x-Richtung betragen. Dann wird aus der Funktionsgleichung y1=a·bx
die Gleichung y2=a·bx-4.
Diese Gleichung kann man umformen: 
Man kann also einfach die Gleichung durch b hoch die Zahl, um die verschoben werden soll, dividieren.
2011-05-09
- Wiederholung zum Verschieben von Graphen im Koordinatensystem und allgemein zur Klassenarbeit.
2011-05-16
- Wiederholung zur Klassenarbeit
- Zur Wiederholung eine Übersicht zu den Wachstumsprozessen
Art des Wachstums
| Funktionsgleichung
| Graph
|
propotionales Wachstum
| 
| 
|
lineares Wachstum
| 
| 
|
exponentielles Wachstum
| 
| 
|
m gibt an, um wieviel der y-Wert bei jedem Schritt zunimmt ( +m ).
b gibt an, um das Wievielfache y bei jedem Schritt zunimmt ( ·b ).
Wenn angegeben wird, dass nach s Schritten der y-Wert um m oder um das b-fache zunimmt, schreibt man die 3 Gleichungen so:

Um herauszufinden, welches Wachstum vorliegt, kann man folgendermaßen vorgehen:

2011-05-18
- Wiederholung zur Klassenarbeit
2011-05-23
weiter mit Figuren und Körper